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Mit "echt jetzt?" den Unterricht neu gestalten

Seit Sommer 2020 arbeiten mehr als 2.000 Lehrkräfte an 1.000 Schulen bundesweit mit dem Kindermagazin „echt jetzt?“ im Unterricht. Inzwischen sind zwei von vier Ausgaben im Pilotzeitraum erschienen. Hier berichten teilnehmende Lehrkräfte von ihren Erfahrungen.

Über das Lesen das Wissen erweitern

© privat

Monika Gierenstein ist Lehrerin an der Grundschule Karlshausen (Rheinland-Pfalz). Im Gespräch erzählt sie, was sie an der Kombination aus MINT und Lesen spannend findet, wie sie Ideen aus „echt jetzt?“ im Unterricht umgesetzt hat und welche Lerneffekte sie beobachtet hat.

 

Ihre Klasse erhält seit Sommer 2020 das neue Kindermagazin „echt jetzt?“ als Teil eines Pilotprojekts. Was hat Sie bewegt mitzumachen?
Wir starten unser Schulprogramm täglich mit 20 Minuten Lesezeit, die wir unterschiedlich nutzen. An zwei Tagen hat die Bücherei geöffnet. An den anderen Tagen gibt es Angebote wie Lese-Verstehen-Aufgaben oder Bilderbuch-Kino. „echt jetzt?“ ist eine schöne Ergänzung dazu. Vor allem, weil darin Themen aus dem Sachunterricht, aber auch fächerübergreifende Inhalte vorkommen.

Gab es einen Aspekt, der Ihnen besonders wichtig war?
Ich finde die Kombination aus Lese- und MINT-Förderung spannend: über das Lesen gleichzeitig das Wissen zu erweitern und das auch mal mit anderen Medien als Schulbüchern und Arbeitsblättern.

Mädchen mit Papierflieger
© Christoph Wehrer

Wie haben Sie das Magazin bis jetzt eingesetzt?
Ich habe das Magazin für eine Unterrichtsreihe zum Thema „Wetter und Klima“ eingesetzt. Die Kinder haben morgens in der Lesezeit schon vorgeschmökert. Anschließend haben wir uns anhand der Zeitschrift mit dem Wasserkreislauf beschäftigt. Wir haben die Experimente, die hier drin beschrieben sind gemacht und uns noch weitere einfallen lassen: Wir haben Regen, Wind und Wolken erzeugt, ein kleines Gewächshaus angelegt und kleine Ableger unserer Klassenpflanze darin angezüchtet – wie in einem Minitreibhaus. Wir haben Papierflieger gebastelt und einen Flugwettbewerb auf dem Schulhof veranstaltet.

Welche Seiten im Magazin haben Sie besonders intensiv genutzt?
Besonders intensiv haben wir die Seiten mit den Experimenten genutzt, den Wasserkreislauf und die Seite, auf der sich die Kinder vorstellen, die in unterschiedlichen Klimazonen leben.

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Was konnten Sie bei den Experimenten beobachten?
Nachdem wir eine Flasche hatten, die sich gut drücken ließ, hat es mit den „Wolken aus der Flasche“ gut geklappt. Am Ende war so viel Qualm darin, dass fünf Kinder hintereinander drücken konnten und jedes Mal kamen Wölkchen raus.


Passen die Themen von „echt jetzt?“ in Ihren Unterricht?
Ja, das Thema Wetter spielt immer eine Rolle und das Thema Klima ist wichtiger denn je.

Sind die Inhalte von „echt jetzt?“ nah genug am Alltag der Kinder?
Man muss natürlich die Neugierde ein bisschen kitzeln und erstmal ein paar Fragen in den Raum stellen, um das Denken anzuregen. Aber dann sind die Kinder sehr interessiert, vor allem wenn wir Experimente machen – das ist für sie immer besonders motivierend.


Hat es den Kinder Spaß gemacht mit dem Magazin zu arbeiten?
Ja es hat den Kindern großen Spaß gemacht, mit „echt jetzt?“ zu arbeiten. Und sie haben das Magazin alle begeistert nachher mit nach Hause genommen. „Ist das jetzt meins?“ fragten sie.

Konnten Sie Lerneffekte beobachten? Haben die Kinder zum Beispiel bestimmte Wörter gelernt oder sind Ihnen Zusammenhänge klar geworden?
Besonders nachhaltig war das Experiment mit dem Mini-Treibhaus. Das lief über zwei, drei Wochen. Die Gläser standen bei uns im Klassenraum. Die Kinder konnten sehen, wie sie beschlugen und das Wasser herunterlief. Und schließlich auch wie die Pflanzen wuchsen.
So haben Sie die Begriffe „Treibhaus“ und „Kondensieren“ kennengelernt auf kindgerechte Art und Weise verstanden wie es funktioniert.

Haben Sie auch das begleitende Online-Angebot genutzt?
Den Kurs habe ich gemacht. Aber ich bin schon sehr lange in diesem Job und daher war mir vieles dort schon bekannt. Ich hätte mir noch mehr neue Impulse und Informationen gewünscht.

Finden Sie es denn prinzipiell gut, dass es zum Magazin ein begleitendes Online-Angebot gibt?
Für Berufsanfänger finde ich das sehr gut. Ich persönlich bräuchte das nicht unbedingt.

Halten Sie das Online-Format für eine Fortbildung denn geeignet?
Online-Fortbildungen sind im Moment die Lösung, weil zum einen aufgrund der Corona-Pandemie Präsenz-Fortbildungen nicht umsetzbar sind. Und zum anderen kann sich dann jeder die Zeit selber einteilen und entscheiden: Mache ich heute zwei Lektionen und morgen eine oder setze ich einen Tag aus, weil ich keine Zeit habe.